Kiwi Englisch
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Kiwi Englisch

Das Kiwienglisch

Schulenglisch ist die eine, mit der knallharten Realität konfrontiert zu werden eine andere Sache. Für diejenigen, die nicht nur verstanden werden, sondern selbst auch verstehen wollen, habe ich nicht Tipps in diesem Sinne, sondern eher einen Erfahrungsbericht damit man weiß, worauf man sich einlässt.

Erst einmal muss man sagen, dass das Kiwienglisch dem britischen Englisch sehr ähnlich ist, jedoch gibt es einige Unterschiede in der Aussprache, die es Ausländern das Verstehen erheblich erschweren. Der Kiwi, wie sich der Neuseeländer gerne selbst nennt, neigt dazu Silben und ganze Wörter in die Länge zu ziehen, während er gleichzeitig nuschelt, was das Zeug hält. Wie beginnt man nun am besten ein ganz banales Gespräch?

Natürlich fragt man erst einmal, wie es dem Gegenüber so geht: How is it going? Auf Kiwienglisch übersetzt lautet das: owsidgown? Oder da gibt es noch die Möglichkeit: How are you going? Der Kiwi sagt: eryaguan? Natürlich gibt es Unterschiede von Region zu Region, aber die originalen Kiwis kann man eindeutig an ihrem genuschelten, langgezogenen Englisch ausmachen.

Besonders am Anfang ist mir das Verstehen an mancher Stelle doch recht schwer gefallen, obwohl ich der Meinung war, dass mein Englisch doch ganz passabel ist. Von daher braucht man sich da keine Sorgen zu machen.

Mit der Sprache ist es da wie mit so vielen Dingen. Mit der Zeit bekommt man ein Gehör dafür und eignet sich vielleicht sogar selbst ein wenig diese Sprechweise an. Trotz der ganzen langgezogenen Wörter, kürzt der Kiwi gerne ab und zieht Wörter zusammen. Dasselbe machen die Australier übrigens auch gerne. Hier ein paar praktische Beispiele☺.

Aus thank you wird schon gerne mal ta, aus suburbs macht man burbs oder vegetables werden kurzerhand mal zu veges. Genauso typisch sind Abkürzungen, die auf –y oder –ie enden ( kindy = kindergarten, ciggies = ciggies etc.). Wenn man sich die Sprachmelodie der Neuseeländer anschaut oder eher anhört, fällt auf, dass zum Satzende hin oft die Tonlage anheben.

Das alles klingt dann eher wie eine Frage und zu Beginn fühlte ich mich des Öfteren angesprochen. Aber wie antwortet man auf eine Frage, die gar keine Frage ist? Dann empfiehlt es sich, wenn man den Inhalt des Gesagten verstanden hat, was schließlich auch nicht so einfach ist. Das alles hört sich schlimm an, ist es aber nicht. Sehr schmunzeln musste ich über das obligatorische „ey“ am Satzende (klingt wie day ohne d).

Für mich stellt das so ein bisschen das „easy-going“ der Kiwis dar. That’s good, ey? Ich habe während meiner dreimonatigen Zeit auf der Nordinsel bei einer neuseeländischen Familie in Hawke’s Bay gewohnt und gearbeitet. Die Frau war ursprünglich aus England, ihr Mann war geborener Neuseeländer. Nirgends sonst fallen Unterschiede in der Sprache so deutlich auf, wenn man so nahe mit 2 Dialekten konfrontiert wird. Der neuseeländische Dialekt ist dem britischen Englisch im Grunde genommen ziemlich ähnlich, näher noch als das amerikanische Englisch, aber allein schon durch die Aussprache hört es sich teilweise sehr anders an.

Ebenso neigt der Neuseeländer, den Buchstaben „e“ so auszusprechen, dass es eher wie ein „i“ klingt. Aus yes wird daher häufig yis, aus pen wird pin. Das gleiche Wort erhält dann urplötzlich eine andere Bedeutung! Auf seinen Reisen auf den Straßen Neuseelands fallen einem sicher die teilweise doch recht lustigen Ortsnamen auf, die sich manchmal einfach nicht aussprechen lassen wollen. Probiert man es mit deutscher Aussprache, liegt man meist gar nicht so verkehrt.

Die Maori waren bekanntlich vor den europäischen Siedlern hier. Viele Ortsnamen, aber auch Begriffe aus der Tier- und Planzenwelt, tragen daher noch aus dem Maori entliehene Namen.

Man hat sich einfach nicht die Arbeit gemacht, sie umzubenennen beziehungsweise gab es in Europa bestimmte Pflanzen- und Tierarten gar nicht, die in Neuseeland existieren. Man hatte dafür einfach keine Entsprechungen. Wer also nach Neuseeland kommt, kann sich auf ein tolles Land mit vielen sehenswerten Sachen vorbereiten.

Die sprachlichen Unterschiede sorgen vielleicht am Anfang ein wenig für Verwirrung, aber sonst wäre es ja langweilig, wenn alles gleich klappen würde.